Langform einer Geschichte deren Kurzform ich in nem anderen Thread gepostet hab

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Langform einer Geschichte deren Kurzform ich in nem anderen Thread gepostet hab
18. März 2014
19:17
Mitglied
Forum Posts: 42
Member Since:
11. September 2011
Offline

In einem anderen Thread hab ich eine Geschichte von Jorge Bucay in Kurzform gepostet. Jetzt hab ich hierzu noch ne langform gefunden. Vielleicht intressierts wen:

 

Es war einmal ein sehr mächtiger König, der regierte in einem fernen Land. Er war ein guter König, aber es gab da ein Problem: Er besass zwei Persönlichkeiten.
Es gab Tage, da erwachte er voller Überschwang, euphorisch und glücklich.
Solche Tage waren vom ersten Glockenschlag an wunderbar. Die Gärten seines Palastes waren schön wie nie. Seine Dienerschaft schien wie ausgewechselt, so ausgesucht höflich und tüchtig war sie.
Beim Frühstück fand er bestätigt, dass in seinem Königreiche das beste Mehl verarbeitet und die besten Früchte geerntet wurden.
An solchen Tagen senkte der König die Steuern, teilte den Staatsschatz neu auf, gab Anträgen statt und sorgte für einen friedlichen Lebensabend der Alten. An solchen Tagen gewährte der König seinen Freunden und Untertanen jede Bitte.
Aber es gab auch ganz andere Tage.
Das waren schwarze Tage.
Schon am Morgen hatte er dann das Gefühl, dass er lieber noch ein bisschen länger im Bett geblieben wäre. Wenn ihm das klar wurde, war es allerdings schon zu spät und die Träume bereits verflogen.
Sosehr er sich auch bemühte, er konnte einfach nicht verstehen, warum seine Bediensteten so übellaunig und unaufmerksam ihm gegenüber waren. Die Sonne störte ihn noch mehr als der Regen. Das Essen war lauwarm und der Kaffee zu kalt. Und schon allein die Vorstellung, Besucher zu empfangen, verschlimmerte seine Kopfschmerzen.
An solchen Tagen erinnerte sich der König der Versprechungen, die er zu anderen Zeiten gemacht hatte, und erschrak beim Gedanken daran, wie er sie einlösen sollte. Dies waren die Tage, an denen der König Steuererhöhungen anordnete, Ländereien beschlagnahmte und seine Widersacher verhaften liess ...
Aus Angst vor Gegenwart und Zukunft und heimgesucht von den Irrtümern der Vergangenheit, regierte er an solchen Tagen gegen sein Volk, und das meistgebrauchte Wort an diesen Tagen war „nein.“
Als ihm bewusst wurde, in welch missliche Lage ihn seine Stimmungsschwankungen brachten, rief der König die Weisen, Magier und Zauberer aus dem gesamten Königreich zusammen.
„Herrschaften,“ sagte er, „Sie alle kennen meine Launen. Sie alle haben von meinem Überschwang profitiert und unter meinen Ausfällen gelitten. Derjenige, der am meisten
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darunter leidet, bin allerdings ich selbst, denn Tag um Tag bin ich damit beschäftigt, den Schaden wettzumachen, den ich angerichtet habe, wenn ich die Dinge mal wieder mit anderen Augen sah.
Ich möchte, dass Sie zusammenarbeiten, um eine Kur zu finden, sei es nun ein Heiltrunk oder eine Zauberformel, die verhindert, dass ich einmal so überaus optimistisch bin und jedes Risiko auf mich nehme und dann wieder so kleinlich schwarzseherisch werde und beginne, diejenigen zu quälen und zu unterdrücken, die mir lieb sind.“
Die Weisen nahmen die Herausforderung an und befassten sich wochenlang intensiv mit dem Problem des Königs. Dennoch, keine Alchemie, keine Zauberkraft und kein Kraut konnte eine Lösung für die gestellte Aufgabe erbringen.
Also traten die Weisen vor den König und gestanden ein, dass sie gescheitert waren.
In dieser Nacht weinte der König bitterlich.
Am nächsten Morgen bat ein fremder Besucher, beim König vorsprechen zu dürfen. Es war ein seltsamer, dunkelhäutiger Mann, gehüllt in eine zerschlissene Tunika, die vielleicht einst weiss gewesen war.
„Majestät,“ sagte der Mann und verbeugte sich: „Dort, wo ich herkomme, spricht man von Eurer Unbill und davon, wie sehr sie Euch quält. Ich bin gekommen, Euch das Gegenmittel zu bringen.“
Er neigte den Kopf und reichte dem König ein kleines Lederkästchen.
Der König öffnete es überrascht und erwartungsvoll und sah hinein. Darinnen fand er nichts als einen einfachen Silberring.
„Danke,“ sagte der König begeistert. „Ist das ein Zauberring?“
„Gewiss ist er das,“ antwortete der Reisende, „aber seine Wirkung tritt erst in Kraft, wenn man ihn am Finger trägt.
Jeden Morgen, gleich beim Aufstehen, müsst Ihr die Inschrift lesen und Euch jedesmal, wenn Ihr den Ring anschaut, an sie erinnern.“
Der König nahm den Ring aus dem Kästchen und las laut vor:
Sei dir bewusst, dass auch dies vergänglich ist.
(Jorge Bucay) 

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