Woher Selbstbewusstsein kommt

Woher Selbstbewusstsein kommt

Selbstbewusstsein ist nichts angeborenes! Niemand kommt einfach so, schwupps-die-wupps, mit einem Superhelden Selbstbewusstsein auf die Welt. Es wird weder vererbt, noch kann es käuflich oder durch materielle Dinge erworben werden.

Selbstbewusstsein ist viel mehr intrinsisch. Es steckt tief in dir drin. Es kommt aus dem Bauch und ist in Form von Vergangenheitserlebnissen, deiner Erziehung und deinen Glaubenssätzen gespeichert. Dein Selbstbewusstsein hat sich massgeblich zwischen deinem ersten und fünften Lebensjahr entwickelt. Diese Periode nennt man auch Prägungsperiode. Dabei sind folgende Umstände ausschlaggebend:

  1. Glaubenssätze, Einstellungen und Erziehung deiner Eltern
  2. Akzeptanz und Behandlung während deiner Schulzeit
  3. Religiöse Konditionierung

Den mit Abstand grössten Einfluss auf unser Selbstbewusstsein haben unsere Eltern. Sie geben uns in unseren frühen Lebensjahren ihre Verhaltensmuster mit, die wir als Kind genauso übernehmen. In dieser Prägungsperiode sind wir noch nicht fähig zu urteilen, zu unterscheiden was „gut“ oder „richtig“ ist. Wir übernehmen schlichtweg alles, was uns unsere Eltern auftischen.

Eltern und ihr Einfluss auf unser Selbstbewusstsein

Wenn die Eltern in dieser wichtigen Prägungszeit selbt ein niedriges Selbstbewusstsein ausstrahlen, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass sich das auch auf das Kind überträgt. Verschlimmern tut sich das Ganze noch durch eigentlich gut gemeinte Tadelungsversuche.

Hier ein Beispiel:

Du hast als kleines Kind etwas gemacht was deinen Eltern nicht gefallen hat. Sie tadeln dich und nennen dich ein/en „schlechtes Mädchen/schlechten Jungen“. In deinem kleinen Kinderkopf glaubst du jetzt, dass DU schlecht bist, obwohl nur deine TAT schlecht war (und die hast du ja nur gemacht, weil du es noch nicht besser wusstest).

Jedes mal wenn dich deine Eltern in dieser Weise getadelt haben, hat sich dieser Glaube tiefer in deinem beeinflussbaren Kinderkopf verwurzelt. Dadurch vertieft sich ein Gefühl von Minderwertigkeit, Scham und Schuldgefühlen und hindert so schliesslich eine gesunde Entfaltung des Selbstbewusstseins.

Dazu kommt, dass Eltern ihre Kinder gerne mit anderen vergleichen (meist in Situationen, in denen sie gerne ein anderes Verhalten vom Kind haben wollen). Dadurch stärken sie nicht nur das „Andere sind besser als Ich“ Denken, sondern es führt auch noch dazu, dass sich das Kind nun selbst mit anderen Kindern vergleicht und seine eigenen Schwächen den Stärken der anderen gegenüberstellt.

Mein Kind

Viele Eltern versuchen in ihrem Kind all das zu verwirklichen, was sie selbst nie geschafft haben. Sie verlangen dem Kind zu viel ab und vergessen dabei oft, dass das Kind diesen Anforderungen weder physich, emotional noch mental gewachsen ist. Natürlich hat auch das negative Auswirkungen aufs Selbstbewusstsein, da das Kind sich nicht in der Lage sieht, die irrationalen Ansprüche zu erfüllen.

Sicherlich meinten es unsere Eltern zu jeder Zeit gut mit uns und man kann ihnen keinen Vorwurf machen (es würde nebenbei bemerkt auch nichts bringen). Bitte bedenke: auch sie hatten Eltern die sie wiederum nach ihren Vorstellungen, Einstellungen und Glaubenssätzen erzogen haben.

Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen.
— Augustinus Aurelius

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