Du weisst, es ist falsch, aber du tust es trotzdem? Kennt ihr das?

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Du weisst, es ist falsch, aber du tust es trotzdem? Kennt ihr das?
18. Februar 2012
13:57
Mitglied
Forum Posts: 10
Member Since:
18. Februar 2012
Offline

Hallo zusammen, 

 

kennt ihr das? Ihr wisst, dass das, was ihr gerade tut, falsch ist, aber ihr tut es trotzdem? Gestern hatte ich so das Gefühl, völlig neben mir zu stehen - hat vielleicht auch was mit Karneval zu tun gehabt. 

 

Also: Folgendes ist passiert. Ich bin bei einer ZA-Firma angestellt und am Dienstag dieser Woche als Urlaubsvertretung in einer Stelle angestellt, die überhaupt nicht zu mir passt. Zum einen habe ich direkt gemerkt, dass ich mit der Kollegin im Empfang nicht klarkomme, denn sie gab mir vom ersten Moment an das Gefühl, dass ich gar nichts kann. Und dabei habe ich Abitur, eine kaufmännische Berufsausbildung mit gutem Endzeugnis, viele gute Arbeitszeugnisse und schon einige zufriedene Kunden gehabt, die von meiner Leistung und Berufserfahrung absolut überzeugt waren.

 

Fing schon damit an, dass ich die Tassen beim Eindecken eines Meeting-Raums eben nicht nach dem Schema der Firma ausgerichtet habe, sondern wie ich es nunmal kenne. Dann rief die ZA-Firma zufälligerweise wegen einer anderen Mitarbeiterin an, und ich bekam so gerade noch mit (ich kam gerade von der Toilette und hörte das Gespräch mit), dass die Kollegin zur ZA-Firma meinte, ihr wäre was anderes versprochen worden, und dass ich das ja alles gar nicht könnte. 

 

Gut, ich habe lange nicht mehr im Sekretariat gearbeitet, ich bin doch eher jemand, der in der Sachbearbeitung aufgeht, sein Gebiet hat, wo ich meine Arbeit selbst organisieren kann und meinen Tagesablauf weitgehend selbst gestalte. 

 

Donnerstag war dann eben Altweiber, und ich bin mit einer Freundin feiern gegangen. Ist auch später geworden, normalerweise aber kein Problem für mich, anderntags aufzustehen, wenn ich weiss, dass ich arbeiten muss. Ich habe auch bei der besagten Freundin übernachtet. Als erstes habe ich schon meinen Weckruf vom Handy nicht gehört - was ich eigentlich sonst immer höre. Also wurde ich schon viel zu spät wach und habe mich fertig gemacht und bin los zur Arbeit. Und eigentlich weiss ich ja (!), dass ich in diesem Moment die ZA-Firma hätte anrufen müssen, dass ich mich verspäte - habe ich aber nicht getan. Auch wenn ich weiss, es ist falsch, ich habe es nicht gemacht. 

 

Ich habe auch mein Handy nicht gehört, als die ZA-Firma anrief, um zu erfahren, wo ich stecke, und die Kollegin vom Empfang hatte auch schon richtig Aufstand gemacht. 

 

Als ich dann 45 Minuten zu spät kam, wurde mir direkt gesagt, ich könne wieder gehen, ich habe meine ZA-Firma angerufen, die erst mal einen tierischen Aufstand machte, warum ich nicht angerufen hätte - worauf ich absolut keine Antwort hatte. Ich kann nicht sagen, warum ich mich nicht gemeldet habe, ich weiss es selbst nicht. Ich beschönige da auch nix und finde keine Ausreden. Ich weiss auch, dass Karneval feiern eh keine Begründung gewesen wäre. Ich habe halt verschlafen und nicht angerufen. Punkt. 

 

Ich habe zwar einen unbefristeten Arbeitsvertrag, was nicht heisst, dass der nicht auch mal kündbar ist. Ich denke, es wird wahrscheinlich erst mal auf eine Abmahnung hinauslaufen. 

 

Am kommenden Dienstag habe ich einen Vorstellungstermin bei einem Kunden, der mich unbedingt kennenlernen möchte. Der eigentlich mich auch schon diese Woche unbedingt kennenlernen wollte, was aber nicht ging durch besagten Einsatz. Es hängt wohl schon eine Menge jetzt an dem Termin, und dass ich da Erfolg habe. Mir ist bewusst, der Kunde ist von meinem Können überzeugt - sonst wollten sie mich nicht so unbedingt kennenlernen. Jetzt geht es darum, es persönlich noch einmal zu zeigen, dass ich den Anforderungen gerecht werde. 

 

Und da greift jetzt momentan mein Problem. Ich weiss, ich habe viele Fähigkeiten, Können und Berufserfahrung, aber irgendwie ziehen mich diese 3 Tage bei diesem unmöglichen Einsatz völlig runter. Und ich hadere noch mit mir selbst, dass ich eben was getan habe, wo ich weiss, es ist falsch. Ich tue mich noch echt schwer zu sagen, ist halt passiert, kann passieren, darf aber nicht, ist aber jetzt so. 

 

Wie komme ich aus dem Loch so schnell wie möglich raus? Hat jemand einen guten Tipp, dafür wäre ich echt dankbar. 

 

Danke und Gruß

 

Silke

19. Februar 2012
10:48
Mitglied
Forum Posts: 27
Member Since:
30. Januar 2012
Offline

Hallo Silke

 

Also zu deinem Problem:

Du darfst nicht vergessen, dass du nich die einzige bist, den es so geht. Es gibt andere auch die das haben.

Z. b. Ich habe das auch, obwohl das vl auch nur die Pubertät ist. Seis drum. Erklär dir kurz mein Problem. Es gibt da nen guten freund von mir, den i schon seit meiner kindheit kenne. Vor kurzem is mir richtig bewusst geworden. wie er so is vom Verhalten(is eigentlich eh ganz nett und freundlich) her und i denke imma, wenn i mit ihm auf ein fest will oda sowas, dass  mich andere  aufgrund seiner Art auslachen, obwohl ich das nicht denken will. Bin eigentlich ein sehr einfühlsamer und guter Mensch.

 

Was ich dir damit sagen will ist:

 

1. Du bist nicht alleine.

2. Du hast schon ein schlechtes gewissen wegen der Sache, da ist das schon der halbe sieg, weil viele zb jugendliche und erwaschene so eiskalt sind und sich drüber keine gedanken machen und du dir diese gedanken machst.

3.Nimm dir fest vor, dass du es beim nächsten mal nicht mehr machst und es ist nicht gut in der vergangenheit zu schwellen sondern in dem Hier und Jetzt.

 

Ich bin mir sicha dass du das mit dem Kunden schaffst, daran hab i keinen zweifel.

 

Hoffe ich konnte dir damit irgendwie helfen und vergiss nie, dass du nich alleine bist. Das ist das Allerwichtigste.

 

Würde mich auf eine Antwort freuen.

 

Grüße

Adrian

19. Februar 2012
16:30
Mitglied
Forum Posts: 90
Member Since:
15. Oktober 2011
Offline

Akzeptiere, dass du das gemacht hast und werde dir klar, dass du nicht perfekt funktionieren kannst. Fehler macht jeder und so wie ich das sehe, sollte dir das Benehmen der Dame am Empfang am Allerwertesten vorbei gehen, denn sie ist diejenige, die Probleme hat. Es ist nicht schwer, freundlich aufzutreten und den Rest sich zu denken. Wer weiß, an was sie zu knabbern hat, aber das braucht dich auch nicht zu interessieren.

Du weißt ja, was du kannst, was du alles geschafft hast und wo deine Grenzen sind. Und du sagst selber, dass du mit Kunden gut umgehen kannst. Vertraue dir selber und akzeptiere, was passiert ist, denn rückgängig machen, kannst du es eh nicht.

19. Februar 2012
19:35
Mitglied
Forum Posts: 10
Member Since:
18. Februar 2012
Offline

Erst einmal dankeschön für die Antworten. Klar, ich akzeptiere die Sache und beschönige da auch nix, ist halt jetzt mal so. Wäre meine ZA-Firma nicht zufrieden, so hätte ich nicht am Dienstag direkt schon einen neuen Termin bei einem Kunden, der mich wirklich gerne will. 

 

Ich bin mir heute beim Durchlauf des ersten Tages vom 3-Tage-Programm echt bewusst geworden, dass es für mich richtig war, dieser Dame nicht zu Kreuze zu kriechen, und ich bin stolz darauf, dass ich ganz ruhig und höflich war, und mich nicht auf eine sinnfreie und nervenaufreibende Diskussion eingelassen habe, sondern meinen Stundenzettel habe unterschreiben lassen und gegangen bin. 

 

Ich bin stolz darauf, dass nachdem anschließend die ZA-Firma mir erzählte, die Dame hätte sich darüber aufgeregt, dass ich mich nicht entschuldigt hätte (was nicht der Wahrheit entspricht) ganz ruhig und sachlich geblieben bin, und das auch gesagt habe, dass dies nicht der Wahrheit entspricht. Ich kann mir im Spiegel noch in die Augen sehen. Was die besagte Kollegin angeht, das ist nicht mein Bier, stimmt. 

 

Ich habe heute auch endlich wieder alte Kollegen kontaktiert, die ich schon längst einmal anschreiben wollte. Und mir ist bewusst geworden, wie sehr mir so mancher von ihnen fehlt, wie sehr mir die alte Firma fehlt. Dazu sollte ich vielleicht sagen, dass ich vor 3 Jahren von einer ZA-Firma in einen Job fest vermittelt wurde, und im letzten Jahr leider nicht weiter beschäftigt wurde, da es einen Geschäftsführerwechsel gab. Die neue Geschäftsführerin hat dann systematisch alle Nicht-Akademiker herausgeekelt bzw. die Arbeitsverträge mit der Begründung nicht qualifiziert auslaufen lassen. Es war schon ein arger Schock seinerzeit für mich, wenigstens konnte ich schnell wieder bei einer ZA-Firma anfangen. 

 

Da dies aber nicht die nächsten 31 Jahre noch so weiter gehen kann, dass ich von Firma zu Firma gereicht werde, habe ich im letzten Herbst parallel zum Job ein Studium im Wirtschaftsrecht begonnen. Derzeit muss ich noch eine Finanzierung tragen, also muss ich die nächsten 3 Jahre auf jeden Fall so einen Sermon wohl noch mitmachen - tröstlich ist, ich habe das 4-fache dieser Zeit bereits geschafft (12 Jahre), die restlichen 3 gehen auch noch. 

 

Mir ist heute bewusst geworden, dass ich auch wieder einen guten Job bekommen kann, und am Dienstag wohl der Beginn dafür sein wird. Ich weiss ja wirklich, was ich kann und das kann ich auch zeigen. 

 

LG Silke

11. März 2012
12:06
Mitglied
Forum Posts: 10
Member Since:
18. Februar 2012
Offline

Hallo zusammen, 

 

es ist eine Menge passiert, aber mit dem Selbstcoaching war es doch eine ganze Ecke einfacher. Vor allem bin ich die Dinge sehr positiv bisher angegangen, und es hat sich immer wieder zum Guten gewendet. Ich habe in letzter Zeit ne Menge weggeschafft, und bin echt stolz drauf. An dieser Stelle mal dickes Dankeschön an Moritz für diese Site und die Arbeit und Eneregie, die er hier reinsteckt. Echt toll. 

 

Heisst natürlich nicht, dass jetzt alles glatt geht. Es gibt immer noch genügend Sachen, die angegangen werden müssen. Was mir in meinem letzten Arbeitseinsatz jetzt aufgefallen ist, ist, dass ich mich mehr abgrenzen muss gegen Leute, die einfach nur ihren Seelenmüll bei mir abladen wollen und die, die versuchen, Druck auszuüben und Macht über mich zu bekommen. Letzteres vor allem auf Kunden gemünzt, die nicht realisierbare Vorstellungen haben, die ich umsetzen soll. 

 

Anyway, the beat goes on, und er geht gut. Meine Klausuren sind gut gelaufen, mein Pinguin ist in seinem Element, um es nach Dr. Eckhard von Hirschhausen zu sagen. 

 

Es gibt viel zu tun, packen wir es an. 

 

LG Silke

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